Bohrtisch für die Standbohrmaschine

Speziell für den Bau meiner Topfuntersetzer, aber auch bei vielen anderen Projekten muss ich wiederholgenau Bohrungen machen können. Ein Anschlag für die Tischbohrmaschine ist da auf jeden Fall sehr hilfreich. Der folgende Artikel beschreibt nun den Bau eines Bohrtisch für die Standbohrmaschine, auf den ein Anschlag montiert ist. Im großen und ganzen habe ich mich an dem Video vom Oldfox Truppe orientiert, ein paar Anpassungen habe ich allerdings vorgenommen.

Die Standbohrmaschine

Wie man sieht, ist der Standard Bohrtisch der Standbohrmaschine relativ klein und hat keine großen Befestigungsmöglichkeiten.

In der Restekiste im Baumarkt habe ich eine schwarz durchfärbte MDF Platte gefunden. Das Material ist für diesen Zweck nicht unbedingt das beste. Speziell wenn man an der Bohrmaschine Metall bohren möchte und mit Öl hantiert, empfiehlt sich eine Siebdruckplatte. Aber das das bei mir nicht so oft vorkommt, habe ich das mal in Kauf genommen.

Grobzuschnitt der Grundplatte und des Anchlags

Damit der Anschlag auch immer exakt im 90° Winkel zur Grundplatte steht, werden hinter dem Anschlag zwei Klötze angebracht. Diese dienen zudem dazu die Schrauben aufzunehmen, mit deren Hilfe der Anschlag am Tisch fixiert wird. Weiterhin habe ich die T-Nuten mit meinem ENT T-Nut Fräser in die Platte eingelassen.

Anschlag im 90° Winkel

Ich war ein wenig skeptisch, ob die Nuten in dem MDF nicht irgendwann auslutschen. Zum erscheinen dieses Artikels habe ich den Tisch seit gut 2 Monaten sehr intensiv im Einsatz und bisher zeigt sich keine Ausfransung oder ähnliches.

Die beiden Halter für den Anschlag wurden angeleimt und geschraubt. Man sieht in den Bildern, dass ich mal wieder nicht mitgedacht habe. Ein Bohrloch in der Mitte ist natürlich eher unpraktisch, wenn da noch vertikal die Schraube zum Befestigen in der Nut reinkommt ;-).

Die montierten Halter für den Anschlag

Die letzte zu erledigende Arbeit am Anschlag ist die Herstellung der Sterngriffschrauben. Dies habe ich in einem extra Artikel hier beschrieben. Ein kleiner Tipp: Ich habe Gewindestangen mit Muttern versehen, die in den Nuten laufen. DIe Muttern kann man mit Loctite o.ä. ankleben, konstengünstiger ist es aber, zwischen Mutter und Gewindestange 3x mit einem Körner einzuschlagen. Danach hält die Mutter bombenfest.

Befestigen der Gewindestange an der Mutter

Vielleicht wird der eine oder andere Leser bemerkt haben, dass der Anschlag des Bohrtisch relativ hoch ist und somit dem Borfutter der Standbohrmaschine öfters mal im Weg sein könnte. Und dies ist auch völlig richtig. Ich habe aber noch den Seitenanschlag meiner Tischkreissäge doppelt, den ich für diesen Bohrtisch wunderbar verwenden kann. Also habe ich noch 2 Löcher in den Anschlag gebohrt und den Seitenanschlag der TKS an dem Anschlag des Bohrtisches befestigt.

Anschlag der TKS

Wer jetzt nicht so ein Alu-Teil übrig hat, kann/sollte alternativ der Anschlag niedriger gestalten. Im Prinzip reicht ja auch schon ein flach aufgelegtes Brett.

Einbau der Opferplatte

Natürlich möchte ich nicht in den schönen Bohrtisch meiner Standbohrmaschine reinbohren. Daher wird nun ein Bereich ausgefräst, in den eine “Opferplatte” eingelassen werden kann. Im Prinzip kann man das Loch dafür einfach aussägen und das gleiche Material in den Ausschnitt einpassen. Ich habe mich aber entschieden eine etwas dünnere Opferplatte zu nehmen, damit ich den ganzen Tisch inklusive Platte von der Standbohrmaschine entfernen kann, ohne dass die Opferplatte nach unten herausfällt. Um zu ermitteln, wohin die Opferplatte muss, habe ich einen Bleistift in die Maschine eingespannt, leicht auf die Grundplatte gedrückt und den Tisch maximal in beide Richtungen bewegt.

Markierung des Bohrbereichs

Mit der Oberfräse habe ich nun den ganzen Bereich im Rechteck ausgefräst und den Innenbereich mit der Stichsäge ausgesägt. Damit kann Bohrstaub nach unten verschwinden und hebt nicht die Platte an. In die Ecken habe ich mit einem Forstnerbohrer eingebohrt. Diese Bohrungen dienen als Grifflöcher, damit die Opferplatte leicht entnommen werden kann.

Fertiger Ausschnitt für die Opferplatte

Ich empfehle, gleich mal 20 Opferplatten herzustellen, damit man ein wenig was vorrätig hat. Nichts ist nerviger als sich mitten in einem spannenden Projekt mit so etwas aufhalten zu müssen ;-).

Befestigung am Originalbohrtisch

Nun ist doch die Frage, wie der Tisch montiert werden kann. Ich wollte keine Schrauben von oben haben, um den Tisch mit einem Griff entfernen zu können (zum Beispiel für Metallarbeiten). Dafür habe ich Tisch auf den Original-Bohrtisch gelegt, festgezwingt und Leisten eng an den Originalbohrtisch angelegt. Diese wurden dann mit Leimzingen provisorisch in Position gehalten, damit der gesamte Bohrtisch umgedreht, die Leisten angeleimt und zusätzlich verschraubt werden können.

Die Besfestigungsleisten unterhalb des Bohrtisches

Mit diesen Leisten ist keine zusätzliche Befestigung (z.B. mit einer Schraube) notwendig. Der Tisch hält so bombenfest, dass es schon einen einen kleinen Ruck braucht, um die Kontruktion von der Standbohrmaschine runter zu bekommen.

Bereich für die Höhenverstellung aussägen

Hinten links befindet sich an meiner Standbohrmaschine eine Kurbel zur Verstellung der Höhe des Bohrtisches. Leider ist der Bohrtisch nun im Weg, so dass sich die Kurbel nicht mehr bewegen lässt. Also muss der Bereich noch ausgenommen werden. Hier habe ich einfach ein Rechteck mit der Sichsäge ausgesägt.

Ausschnitt für die Höhenverstellung der Standbohrmaschine

Zu guter letzt werden alle Kanten mit der Oberfräse nachgearbeitet.

Die Höhenverstellung der Standbohrmaschine

Fazit

Der Bohrtisch für die Standbohrmachine ist ein kleines Zwischendurch Projekt, was aber extrem viel Mehrwert bietet. Nicht nur, dass man viel schneller arbeiten kann, speziell wenn mehrere Löcher wiederholgenau eingearbeitet werden müssen, wird das Endergebnis viel exakter.

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