Magnetische Topfuntersetzer

Letztens habe ich das Video vom LetsGyver angeschaut in der er magnetische Topfuntersetzer baut und keine Woche darauf hatte sich meine Frau neue Topfuntersetzer gewünscht. Diesen Wink vom Himmel konnte ich natürlich nicht ignorieren und habe mich gleich an die Umsetzung gemacht. Zwei Änderungen habe ich allerdings vorgenommen:

  • Ich wollte die magnetische Wirkung der Topfuntersetzer nicht ganz so stark haben. Die Topfuntersetzer sollten gut an den Töpfen haften, aber auch von meinen Töchtern leicht abnehmbar sein. Nach einigen rumprobieren, bin ich drauf gekommen, dass mehr Magneten mit weniger Kraft die magnetische Wirkung besser verteilen. Ich entschied mich also für runde Neodym-Magneten in den Maßen 6x3mm.
  • Ich wollte drei der Topfuntersetzer haben und diese möglichst optimal in der Küchenschublade unterbringen. Daher war das Ziel, drei Untersetzer zu bauen, die perfekt ineinander schlupfen.

Zuschneiden der Leisten

Nun, bevor das Basteln losging, war erst mal ein Gang in Baumarkt fällig, wo ich 2 viereckige Leisten mit 20mm Breite mit einer Länge von je einem Meter erstand.

Als erstes habe ich Füße auf zwei Seiten mit 45° auf 4cm Länge geschnitten, so daß ein Parallogram entstand. Die Länge ist natürlich Geschmackssache, dass muss jeder für sich entscheiden. Danach kamen die oberen Leisten dran. Ebenfalls mit zwei 45° Winkeln. Diese Leisten habe ich in 3 unterschiedlichen Größen geschnitten, damit diese perfekt ineinander passen. Diese Leisten haben die Längen 17, 19 und 21cm.

Die zugeschnittenen Leisten

Nun musste in jede der Leisten eine Aussparung eingesägt werden, damit diese im 90° Winkel ineinander gesteckt werden können. Ich habe auf jeder Leiste die Mitte markiert, dann werden alle Leisten aneinandergelegt und mit einem Winkel links und rechts der Mittellinie eine Markierung mit 10mm Entfernung zur Mittellinie angebracht.

DIe Markierung der Aussparung

Und wo man schon so schön am markieren ist, wird nun die Länge von der Außenkante der Oberseite bis zur entsprechenden Markierung gemessen und durch 3 geteilt. Schon hat man die Punkte für 2 Magnete. Das ganze wird auf der anderen Seite wiederholt. Zu verwirrend? Hier ein Bild ;-):

DIe Markierung der Bohrlöcher für die Magneten

Nun gehts an die Aussparungen. Hier gibt es grundsätzlich 3 (mir bekannte) Möglichkeiten: Ausfräsen, mit der Kreissäge ausschneiden oder mit der Kapp-und Gehrungssäge einschneiden. Die Fräse wollte ich nicht auspacken, eine Kreissäge habe ich (noch) nicht, also die Kapp- und Gehrungssäge.
Um die Leisten genau an der Stelle zu halten an der das Sägeblatt exakt in der Mitte auf das Werkstück auftritt, habe ich mir aus Restholz den passenden Abstand zum hinteren Anschlag der Säge hergestellt.

Abstandhalter auf der Kapp- und Gehrungssäge

Hier lieber erstmal einen Millimeter zu wenig ausschneiden und sich langsam an die richtige Breite herantasten. Wegschneiden ist deutlich einfacher als hinschneiden 😉

Einsetzen der Magnete

Nächste Station: Bohrlöcher für die Magnete. Statt einem Holzbohrer habe ich einen normalen 6mm HSS Metallbohrer verwendet, diese haben nicht so eine lange Zentrierspitze. Wichtig: In dem Fall unbedingt vorstechen, damit der Bohrer grade reingeht. Weiterhin sollte man ersteinmal an einem Magneten messen wie weit man in das Holz rein muss, um die perfekte Tiefe zu erhalten.

DIe Leisten nach der Bohrung für die Magneten

Nun gehts ans einkleben der Magnete. Hier kann normaler Sekundenkleber verwendet werden. Wer es 100prozentig haben will, nimmt halt Epoxi-Kleber. Sollte mal ein Magnet nicht ganz in sein Loch rein wollen, helft Ihr vorsichtig mit einer Schraubzwinge nach.

Nachtrag 2019-09-11: Ich verwende die Untersetzer nun schon mehrere Monate. Selbst kochend keiße Töpfe kann man beruhigt da drauf stellen, der Sekundenkleber kann das locker ab. Da löst sich nix. Die magnetische Wirkung der Topfuntersetzer bleibt ebenfalls erhalten.

Einpressen eines Magneten mit der Schraubzwinge

Beim Einsetzen der Magnete sind 2 Dinge zu beachten:

  1. Ich habe in die Aussparungen 2 Magnete eingebracht. Nehmt je 2 Magnete und testet wie rum diese aneinander haften. Dann markiert Ihr die Außenflächen mit Edding und klebt dann die Magneten mit der Markierung nach unten ein. So seid Ihr sicher, dass die Leisten in jede Richtung aufeinander passen.
  2. Pappt die Magneten, die später die Töpfe halten sollen, erstmal an einen Topf und markiert auch hier die Unterseiten mit Edding. Auch diese Magnete werden dann mit der Eddingseite zuerst eingeklebt. (Nachtrag: Das ist natürlich quatsch, an normalen Metall haften die Magnete in jeder Richtung ;-). Ich lass das aber trozdem mal so stehen.
Markierung der Magnetrichtung mit Edding

Wenn alles richtig gelaufen ist, sollten die Teile nun in jede Richtung ineinander passen und schön am Topf kleben bleiben. Zudem ist jetzt ein guter Zeitpunkt schon einmal die erste Schicht zu schleifen.

Die Leisten mit eingeklebten Magneten

Verleimen

Um die Füße an die Querleisten anzukleben, wird es etwas schwieriger. Ich habe zwei Leisten oben und unten angelegt und zwischen den Leisten die Topfhalter eingezwingt.

Einzwingen der Topfuntersetzer

Dies funktioniert, wenn grade noch genug Reibung zwischen den oberen Leisten und den Füßen besteht. Wenn das nicht klappt, muss etwas aufwändiger gebaut werden. Hier müsst Ihr einfach basteln. Auch ein paar übrige Winkel-Stücke können hier helfen. Ist halt ne ziemliche Frickelei 😉

Möchte man mehr als nur 3 magnetische Topfuntersetzer herstellen, lohnt es sich definitiv, Formen anzufertigen.

Nach dem Leimen werden die Leisten nun noch einmal schön geschliffen und vor allem die Kanten gebrochen.

Letzter Schritt ist nun noch das einölen. Bei Buchenholz wird man leider um das befriedigende Gefühl betrogen (wie z.B. bei der Ölung von Nußholz), wo sich nochmal eine richtig schöne Maserung herausstellt. Viel ändert sich bei Buche (und einem transparentem Öl) nicht mehr. Aber natürlich ist das speziell beim Einsatz in der Küche Pflicht. Ich verwende hier das Ikea Öl.

Hier noch einmal die Ansicht mit Topf

Ich finde, ein nettes kleines Zwischenprojekt und ein super praktisches Teil. Sicher nicht das letzte Video vom Lets Gyver was ich nachgebaut habe.

Update 2019-09-11

Nach einiger Zeit der Nutzung hat sich herausgestellt, dass es praktisch wäre, wenn man die drei verschiedenen Größen optisch gut unterscheiden könnte. Mittlerweile habe ich die Topfuntersetzer also in einer Version gebaut, in der sie in drei Farben lasiert sind. Zudem habe ich in der Mitte nur noch einen 10mm großen Magneten untergebracht. Immer die 4 Magnete korrekt zueinander zu polen hat mich schier in den Wahnsinn getrieben ;-).


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