Drechselbank bauen Teil 3/4 – Werkzeugauflage

Dies ist ein mehrteiliger Artikel. Die anderen Teile findest du hier.

Wir haben nun den Reitstock und den Spindelstock fertig. Nun gehts weiter mit der Werkzeugauflage. Die Werkzeugauflage soll möglichst beweglich sein und in nahezu jeder möglichen Position an das Werkstück herangeführt werden können. Außerdem muss die Werkzeugauflage wirklich extrem stabil gebaut sein, um die auftretenden vertikalen Kräfte (das Werkzeug drückt von oben auf die Auflage) komplett aufnehmen zu können.

Die Werkzeugauflage besteht im Prinzip aus 3 Teilen: Der Auflagebock (ich nenne das Teil mal so), eine Führungsschiene und ein Drehgelenk, was es ermöglich die Werkzeugauflage auf der Führungsschiene zu bewegen.

Für den Auflagebock habe ich mir ersteinmal ein paar 18mm MDF Platten ganz grob auf die Form der zukünftigen Werkzeugauflage zurechtgeschnitten.

Die grob zugeschnittenen Teile der Werkzeugauflag

Dann habe ich aus der Restekiste eine Siebdruckplatte und eine Leimholzplatte gefischt. Mit allen diesen Teilen wird erstmal grob abgeschätzt, wie groß das ganze Teil werden muss. Legt euch alles mit einem eingespannten Werkstück auf euer Drechselbank zurecht.

Die Positionierung der Teile der Werkzeugauflage auf der Drechselbank

Die drei MDF Platten werden nun vollflächig miteinander verleimt (im vorderen Bild waren noch 4 MDF Platten zu sehen, dass war aber etwas zu dick). Es kommen noch weitere Teile hinzu, die weitere Arbeit ist aber leichter, wenn der Block schon mal nur aus einem Stück besteht.

Verleimen des Blocks für die Werkzeugauflage

Nun brauchen wir noch einen kleinen Klotz, der als Drehgelenk für die Drechselbank dient. Dieser gibt euch die Möglichkeit, von jeder erdenklichen Position an das Werkstück heranzufahren. Hier habe ich ein Stück Buchenholz aus einem Holzscheitel herausgesägt und schon mal mittig ein Loch an der Standbohrmaschine eingelassen. Für die Führung der Werkzeugauflage habe ich 2 dünne Siebdruckplatten verwendet, zwischen denen eine Holzplatte mit 16mm Stärke aus einem belieibigen anderen Stück Holz eingelassen ist. Ich glaube bei mir ist es ein Stück Kiefernholz gewesen, ist aber am Ende egal, drei aufeinandergeleimte Platten, das hält definitiv. Dann kann die Führungsschiene schon mal grob auf Maß geschnitten werden. Zwischendurch immer mal wieder schauen, ob “noch alles passt”.

Anpassen mit allen beteiligten Bauteilen

Nun folgt die Bearbeitung der drei einzelnen Teile. Gestartet habe ich mit dem Drehgelenk. Die hintere Kante wird rund geschliffen und von oben mit einem Forstnerbohrer in der Größe einer dickeren Scheibe aus der Restekiste das Loch etwas gesenkt. Ziel ist, später eine Schraube von unten durch die Führungsschiene zu setzen und von oben das Gelenk mit einer Flügelmutter feststellen zu können. Als letztes wird das Drehgelenk mit vier Schrauben (vorbohren und senken nicht vergessen) und Leim an dem Werkzeugbock befestigt.

Das Drehgelenk und der Werkzeugbock vor der Montage

Nun wird die hintere Kante des Werkzeugbocks schräg angeschliffen, damit später beim Drechseln nichts im Weg ist. Dann wird aus einem Alu-Winkel ein passendes Stück ausgeschnitten, 5 Löcher vorgebohrt und gesenkt. An der Vorderkante wird in der Dicke und Breite des einen Schenkels des Winkels mit der Oberfräse Material vom Werkzeugbock abgenommen, damit der Winkel schön plan abschließt. Dann montieren und fertig. Eigentlich sollte nichts in die Stirnseite von MDF verschraubt werden, aber “Versuch macht kluch” und in diesem Fall hält das problemlos (Klar, vorbohren ist Pflicht besonders so nah der Kante des MDF).

Der Werzeugbock mit Drehgelenk fertig montiert

Die Führungsschiene erzeugt hier den größten Aufwand. Als erstes werden die drei Platten aufeinandergeleimt und nach dem trocken ein Schlitz eingesägt und die Form der Führungsschiene gestaltet. Wie schon bei der Grundplatte, oben und unten ein Loch bohren und mit der Stichsäge aussägen. Hilfreich ist hier ein Anschlag, dann wird nicht ganz so krumm und schief wie bei mir ;-). Aber im Prinzip ist das nur ein optisches “Problem” und beeinträchtigt nicht in der Funktionalität. Leider habe ich ein Foto vergessen, aber in folgendem Bild ist schon die M10 Schraube zu sehen, die hinten für das Drehgelenk vorgesehen ist. Ich habe auf der Unterseite die Umrisse des Schraubenkopfs vorsichtig mit dem Stechbeitel ausgelöst und die Schraube mit Epoxy-Kleber eingeklebt.

Dei fertig bearbeitete Führungsschiene

Nun muß die Führungsschiene noch auf der Grundplatte befestigt werden. Hierzu wird wie schon beim Reitstock ein Schlitz in die Grundplatte eingesägt. Von unten wird eine Schraube eingelassen und mit einer Konstruktion gegen herausfallen gesichert. Schaut einfach in den ersten Teil der Blog-Reihe, dort ist das schon detailliert beschrieben.

Führungsschlitz für die Werkzeugauflage

Nun bleibt nur noch die finale Montage. Die Führungsschiene wird auf der Grundplatte montiert, der Werkzeugbock auf der Führungsschiene. Bei meinem ersten Versuch hat die Flügelmutter die die Führungsschiene hält, noch fürchterlich rumgeeiert. Daher habe ich mir noch einen Scheibe passend für einen meiner größeren Forstnerbohrer rausgesucht und mit eine Führung für die Scheibe eingearbeitet. Nach einigem rumprobieren läuft die Schiene wunderbar flüssig und sitzt bombenfest, wenn die Flügelmutter angezogen wird.

Die fertig montierte Werkzeugauflage

Damit wäre die Werkzeugauflage auch fertig und es kann als letztes die Montage des Motors erfolgen. Dies war dann doch noch erstaunlich aufwändig, so dass hieraus ein vierter Artikel entstanden ist, der dann bald auch folgen wird.

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