Provisorischer Frästisch

Verwendete Werkzeuge und Materialien:

  • Einhell Oberfräse
  • Ständerbohrmaschine
  • Forstnerbohrer
  • Stichsäge
  • Beschichtete Sperrholzplatte

Mitte des Jahres kommt die Kreissäge. Die wird dann Teil einer Multifunktionswerkbank in die ich auch einen Frästisch integriere. Allerdings habe ich bis dahin auch einige Projekte vor, die einige Fräsarbeiten verlangen und die Oberfräse frei Hand zu führen ist halt eher schlecht. Daher habe ich mir aus ein paar alten Restholzbeständen und einer Klapp-Werkbank einen Frästisch gebastelt, der die Zeit bis dahin überbrücken soll. Hier die Beschreibung.

Den einzigen Luxus den ich mir einbauen wollte, ist eine dedizierte Einlegeplatte, weil ich keine Lust hatte immer die ganze Platte umzudrehen, wenn der Fräskopf getauscht werden soll. Als Hauptplatte (weiß) habe ich eine beschichtete Sperrholzplatte verwendet, als Einlegeplatte (rot) eine dünnere beschichtete MDF Platte die vom Umbau des Kaufladens meiner kleinen Tochter übrig geblieben ist. Beschichtetes Hoz deswegen, damit später die Werkstücke auch schön darüber gleiten können.

Mit einem Winkel wird nun Maß genommen, um die Einlegeplatte möglichst klein zu gestalten. Warum? Vor allem deshalb um ein Durchhängen der Platte durch das Gewicht der Oberfräse zu verhindern. Dann wurde die Einlegeplatte entsprechend zugesägt. Die runden Ecken habe ich mit der Feile von Hand hin-ge”frickelt”.

Mit einem Forstnerbohrer der zu den Ecken der Einlegeplatte passt, habe ich als erstes die Ecken aus der Hauptplatte ausgeschnitten. Dabei bin ich nur so tief ins Holz gegangen, wie die Einlegeplatte dick ist.

Im nächsten Schritt habe ich mit der Stichsäge grob das Loch ausgeschnitten ausgeschnitten. Hier kommt es jetzt nicht so sehr auf Genauigkeit, hauptsache das Loch ist drinnen und und es bleibt ein Rand, den wir im nächsten Schritt ausfräsen um die Einlegeplatte aufzulegen.

Nun wird mit dem Parallelanschlag und der Oberfräse die Kante ausgefräst. Hier ein Zwischenbild, Freihand-fräsen und Foto machen geht leider nicht parallel ;-).

Nach einigem herumexperimentieren, passt die Einlegeplatte ziemlich exakt ohne zu wackeln in das Loch und schliesst plan mit der Hauptplatte ab.

Nun kommen nur die Einbauarbeiten für die Oberfräse. Die Löcher für die Halterung werden genau ausgemessen und gebohrt (sowie gesenkt), mit dem Forstnerbohrer wird ein Loch in die Mitte gebohrt, das die Größe des größten Fräskopfes hat und die Fräse eingebaut.

Eingebaute Oberfräse

Ein Anschlag ist noch hilfreich, hier dient ein (möglichst gerader) Holzbalken, in den eine Rundung eingfräst wird.

Auch sehr hilfreich ist eine Markierung, in welche Richtung die Einlegeplatte eingesetzt werden muss (bei mir ist es unter der Platte sehr eng und die Oberfräse passt nur in eine Richtung zwischen die beiden Arbeitsplatten des Tisches).

Im letzten Bild ebenfalls gut zu sehen ist eine Markierung, die die Drehrichtung des Fräskopfes anzeigt. GANZ WICHTIG: Nur entgegengesetzt der Drehrichtung arbeiten, andernfalls wird euch der Fräser das Werkstück entführen und euch ein paar blaue Flecken eintragen. Im schlimmsten Fall bringt Ihr dann auch noch nen Finger in den Fräser.

Ich habe den die Oberfräse mittels eines Kabelbinders auf “Dauerbetrieb” umgerüstet und zum testen einfach über den Stecker ein- und ausgeschaltet. Die nächsten Tage kommt dann noch eine Lieferung mit einen Sicherheitsschalter, der dann unter die Platte montiert wird. Das ist dann auch so ziemlich das einzige was noch zusätzliche Kosten (neben den hier gezeigten Materialien) erzeugt.

Hier gibt es 2 Möglichkeiten: Für die Elektrik versierten Menschen kann ein einfacher Sicherheitsschalter genutzt werden, der Zwischengelötet wird. Der braucht dann auch noch eine anständige Kiste. Einfacher aber etwas teurer ist ein Zwischenstecker, an den die Maschine einfach angesteckt wird.

Fazit: Mit ~3 Stunden Arbeit ist es gut machbar aus ein wenig Restholz einen brauchbaren Frästisch zu bauen. Sicher entspricht der nicht professionellen Ansprüchen, aber um mal mobil draussen im Garten, oder auf einer Baustelle zu fräsen oder eben um die Zeit bis zum Erhalt eines richtigen Frästisches zu überbrücken, kann ich den Nachbau nur empfehlen.


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