Smarte Steckdosensäule im Garten

Nach einer größeren Sommerlochpause geht es nun weiter mit meinen nächsten Projekt, die smarte Steckdosensäule im Garten. Für den Bachlauf, den ich in den letzten Wochen vorgestellt habe, benötige ich nun auch noch Strom. Mein erster Gedanke war ja, die Steckdose für die Pumpe in einem 200er KG Rohr im Boden zu versenken. Allerdings ist es so, das bei Starkregen an der betreffenden Stelle im Garten das Wasser gerne mal stehen bleibt und einen Kurzschluß wollte ich dann doch nicht riskieren.

Daher habe ich mich entschieden, eine Steckdosensäule zu bauen, die die Steckdosen aufnehmen soll und an passsender Stelle im Garten platziert wird. Da ich aber auch das Smarthome System von Homematic IP im Einsatz habe, habe ich kurzerhand auch noch einen Schaltaktor bestellt, der mit in die Säule kommt. Somit sollen also 3 Steckdosen zur freien Verfügung montiert sein und zusätzlich der Schaltaktor in der Säule untergebracht werden. Die Gesamtkosten belaufen sich wie folgt:

  • ~10€ Holz
  • ~10€ für die Steckdosen
  • ~5€ für eine Einschlaghülse
  • ~10€ für Scharniere, Leim, Schrauben
  • ~50€ für den Schaltaktor

Da den Schaltaktor ja nicht jeder braucht, rechne ich den mal nicht in die Gesamtrechnung ein. Im Endeffekt kann man sich also für ca. 35€ eine wirklich hübsche Säule bauen.

Aufbau der Säule

Für die Steckdosensäule habe ich einfache Terrassendielen aus Douglasie mit einer Länge von 2,50m im Baumarkt gekauft. Eine wichtige Sache gibt es entweder beim Kauf der Dielen oder der Steckdosen zu beachten: Ich habe die Dielen auf Gehrung gesägt und verleimt. Wenn Ihr an den Kanten mit 45° einschneidet, müßt Ihr sicherstellen, dass dann noch die Steckdosen reinpassen. Wer mir jetzt nicht folgen konnte, einfach weiterlesen ;-).

Die Dielen habe ich auf 70cm gekürzt. Wählt hier aber einfach eine Größe wie sie euch gefällt. Im Anschluß werden die Bretter an der Kreissäge im 45° Winkel auf Gehrung gesägt.

Sägen der Ecken auf Gehrung

Habt Ihr 4 der Bretter gesägt, solltet Ihr wunderbar die Säule zusammenstellen können.

Test der Gehrungen

Um im Garten an die Steckdosen und im Wartungsfall den Aktor zu kommen, benötigen wir auch eine kleine Tür in der Steckdosensäule. Eines der Bretter wird nun in drei Teile geteilt, der mittlere bildet die spätere Tür. In diese Tür werden mit der Kreissäge zwei Vertiefungen für die Scharniere eingelassen.

Die ausgesägte Tür

Nun könnt Ihr mit etwas Klebeband den einen Teil der Türseite der Säule an der anzuschlagenden Seite befestigen. Damit habt Ihr einen Anschlag um die Tür korrekt zu positionieren und die Position der Winkel zu markieren.

Markeiren der Scharnierposition

Sind diese Vobereitungen nun abgeschlossen, geht es ans verleimen. Wer den Kanal “Let’s Bastel” abonniert hat, wird sicher wissen, wie man Gehrungen verleimt. Für alle anderen:

Ihr legt euch ein paar Streifen Klebeband auf die Werkbank und die Bretter der Steckdosensäule oben auf. Dann werden die Kanten schön fett mit Leim eingepinselt. WICHTIG: Nehmt hier einen Wasserfesten Leim, das ganze Teil soll ja schliesslich nach draußen in den Garten.

Verleimen der Bretter

Nun könnt Ihr die Säule einfach zusammenklappen und mit etwas Klebeband schön viel Spannung auf die Leimkanten bringen.

Die verleimte Säule

Das Dach

Es gibt beim Holzbau im Garten eine wichtige Grundregel: “Schräg ist gut”. Will sagen: Versucht immer zu verhindern, dass sich irgendwo Wasser dauerhaft ansammelt. Also kommt auf die Steckdosensäule ein schräges Dach, über das Wasser sofort ablaufen kann. Also wird erstmal markiert, wie die Schräge verlaufen soll.

Markieren des Dachverlaufs

Mit einer Handsäge wird das Material nun ganz einfach abgenommen.

Wegnehmen des Dachmaterials

Nun baut Ihr euch aus dem Rest der Dachlatten eine kleines Dach und verschraubt dieses mit der Steckdosensäule. In dem folgenden Bild seht Ihr, das ich zusätzlich noch Schraubzwingen angebracht habe. So ganz 100% klebt das Klebeband aufgrund der Riffeln in den Terrassendielen nicht und ich hatte nicht die Geduld zu warten, bis der Leim angezogen ist.

Das Dach

In meiner Metallkiste hatte ich noch einen Rest Blech rumfliegen, den ich auf das Dach draufgedengelt habe. Das Blech habe ich Polymer-Silikon direkt auf das Holz geklebt. Im folgenden Bild seht Ihr noch einen Alu Winkel den ich eigentlich als Abschluß an die Seiten anbringen wollte, allerdings habe ich mich da verschnitten, so dass der erstmal wegbleiben musste.

Das Blechdach

Nun haben wir noch Schlitz oberhalb der Tür. Wenn im Garten der Regen von vorne kommt, ist es durchaus denkbar, dass dann das Wasser die Steckdosensäule herunterläuft und in den Schlitz reinzieht. Keine Ahnung wie realistisch diese Möglichkeit ist, um aber ganz sicher zu gehen, habe ich einen kleinen Holzwinkel ausgesägt und diesen direkt oberhalb des Schlitzes angeleimt.

Tropfkante (Unterbau)

Auf dem Bild oben seht Ihr den ersten Versuch eines Griffs. Der sieht allerdings aus, wie ein zu groß gerataner Schnauzbart, den habe ich gleich wieder entfernt ;-). Auf den Holzwinkel wird dann ein kleines Stück Blech aufgeklebt, damit eine richtig schöne Tropfkante entsteht. Nun kann definitiv kein Wasser mehr in die Säule eindringen.

Grundsätzlich gibt es dann noch den Schlitz unterhalb der Tür, da aber die stromführenden Teil oberhalb dieses Schlitzes montiert werden, kann da nichts passieren, sollte da mal Wasser eindringen. Es läuft halt innerhalb der Säule wieder runter.

Die fertige Tropfkante

Einbau der Technik

Die drei Steckdosen werden nun mal probeweise eingelegt. Hier sieht man schön den Grund für mein einleitendes Kommentar. Die Steckdosen passen bei mir ganz genau. Das war aber mehr Glück, ich habe das einfach “PI mal Auge” gekauft, da sollte man in jedem Fall drauf achten. Zudem wollte ich den Homematic IP Aktor in eine Schutzdose verpacken. Diese hat dann natürlich nicht gepasst und ich musste noch ein bisschen vom Wandmaterial wegstemmen.

Steckdosen – Probeliegen

Mit dem Aktor wird es etwas eng in der Schutzdose, aber es passt noch grade so rein. Blöderweise habe ich erst nach einige Wochen festgestellt, dass bei sehr direkter Sonneneinstrahlung dem Burschen etwas zu warm wird und der aus Sicherheit abschaltet. Naja, da muss ich mir noch eine Lösung überlegen.

Zu guter letzt wird noch ein Türmagnet montiert, damit diese auch geschlossen bleibt. Hier wurds schon ganz schön eng, aber mit ein bisschen Trickserei und Geduld bekommt auch diese Schrauben montiert.

Türmagnet

Der Türgriff

Ich hatte ja zuvor meinen “Schnauzbart Türgriff” erwähnt. Hier musste was anderes her. Gut, dass noch einige Reststücke Douglasie übrig waren. Daraus habe ich mir erstmal eine schönen Block zusammengeleimt.

Der Douglasie-Block

Aus diesem habe ich dann an meiner selbstgebauten Drechselbank den Griff herausgearbeitet.

Drechseln des Griffs

Um noch eine perönliche Note zu hinterlassen, habe ich mit dem Lasergravierer das Frickeldave Logo auf den Griff graviert.

Gravieren des Logos

Zum Schluß wird eine längere Schraube von Ihrem Kopf befreit und rückwärts in den Griff eingeschraubt.

Montage im Garten

Die Einschlaghülen sind i.d.R. für 10cm Balken gedacht. Die Säule ist aber insgesamt etwas dicker. Deswegen habe ich mir einen “Stopfen” zusammengefrickelt auf den die Säule aufgesteckt und veschraubt werden kann. Dieses Stopfen habe ich mit kleinen Keilen in der Einschlaghülse einngeklemmt und auf die passende Größe gesägt. Anschließend habe ich den Stopfen mit Schloßschrauben an der Einschlaghülse verschraubt.

Der Stopfen auf den die Säule aufgesteckt wird

Nun gehts auf in den Garten und an der vorgesehenden Stelle für die Steckdosensäule die Einschlaghülse eingeschlagen. Passt hier bitte auf eventuelle KG-Rohre, Stromkabel, etc. auf ;-).

Die Montierte Einschlaghülse

Nun wird nur noch die Säule aufgesteckt und mit dem Stopfen verschraubt.

Die verschraubte Säule

In dem obigen Bild seht Ihr schön die beiden Kabel, eines als Stromzuführung, das andere das Pumpenkabel welches über den Homematic IP Aktor gesteuert wird. Hier seht Ihr auch, das dass Kabel durch groben Zierkies geführt werden soll. Trotz der Verwendung von Erdkabeln, die das eigentlich abkönnen sollten, habe ich die Kabel nochmal zum Schutz in ein flexibles Leerrohr gepackt.

Stromanschluß

Nun bleibt nichts weiter zu tun, als die Stromkabel der Steckdosensäule durch den Garten zu legen und anzuschliessen. Solltet Ihr in die Lage kommen, zwei oder mehr Stromkabel in der Erde verbinden zu müssen, habe ich noch einen Tip für euch. Zu diesem Zweck gibt es mehrere Verbindungssysteme. Zum einen die folgenden Kabelverbinder, die wasserdicht am Kabel abschliessen (Hier als T-Stück).

Verbindungsstück für den Außeneinsatz

Mit diesen Systemen bin ich weniger zufrieden. Ich habe gemerkt, dass speziell wenn mal ein Zug auf das Kabel wirkt, diese schnell aus der wasserdichten Kupplung rutschen (und somit nicht mehr wasserdicht sind). Wenn man dann nach 5 Jahren die Kurzschlußursache unterirdisch suchen muss, ist das weniger spassig.

Dann gibt es noch solche Verteilerdosen, die für den Außeneinsatz vorgesehen sind.

Verteilerdosen für außen

Auch diese Verteilerdosen (zumindestens die, die ich bisher getestet habe) sind nicht wirklich wasserdicht. Ich habe die nach ca. 6 Monaten geöffnet und bei fast allen war innen alles feucht.

Meine Lösung für diese Probleme ist die Verwendung von Elektroharz. Kauft euch ganz billige Verteilerdosen, schließt alles an und gießt am Ende die Verteildosen komplett mit Elektroharz aus. Zum Kabelverbinden nutzt normale Lüsterklemmen, keine Wago Klemmen. Die Lüsterklemmen werden deutlich besser mit dem Harz ausgefüllt. Dannach könnt Ihr die Dosen bedenkenlos verbuddeln. Ich habe einige solcher Dosen sogar schon komplett im Wasser liegen gehabt, da passiert nichts mehr ;-).

Schlußworte

Nun gibt es nicht mehr viel zu sagen. Die Steckdosensäule steht nun seit ca. 3 Monaten bei uns im Garten. Ich finde sie schaut wirklich schick aus. Eventuell werde ich die Säule noch weiß/anthrazit lackieren oder mit Douglasienöl behandeln. Mal sehen. Eine Kleinigkeit ist leider noch aufgetreten: Der Homematic IP Aktor mag bei größerer Wärme nicht mehr arbeiten und schaltet ab. Wenn also die Sonne voll auf die Säule bretzelt, kann ich meine Pumpe nicht mehr schalten. Das wird sich dann aber wohl mit der Übderdachung des Bereichs in dem die Säule steht, erledigen.

Ich hoffe wie immer, das Projekt hat euch gefallen und gibt Anreiz zum nachbauen. Nachfolgend nun noch ein paar Bilder.

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