Herz zu Muttertag basteln

Klar, ist dieser Beitrag für dieses Jahr zu spät dran, aber da ja meine Frau hier mitliest, konnte ich da ja nun unmöglich vorher posten. Also wer die Idee auch cool findet, einfach für nächstes Jahr oder als kleine Überraschung für zwischendurch merken. Nun worum geht es? Meine Tochter kam irgendwann auf mich zu und hatte eine ziemlich detaillierte Idee, was Sie der Mama zum Muttertag basteln möchte und ich Ihr dabei helfen muss. Sie wollte ein Herz, irgendwie 3D, mit Schriftzug. Cool dachte ich, dass ist durchaus etwas, was wir als Familie bauen können. Da meine Tochter recht frühzeitig mit der Idee kam, konnte ich im Baumarkt mal die Augen offen halten und habe ein schönes Eichebrett mit zwischengeleimten dunklen Streifen als Grundlage gefunden. Das Herz muss ja ein wenig dicker werden, als das Brett, daher wurde als erstes eine Schablone aus Papier ausgeschnitten und diese 3x auf das Holzbrett übertragen.

Herz auf Holzbrett übertragen

Nun wurde die Stichsäge gezückt. Ich habe beim ersten Herz gezeigt wie es geht, danach durfte jeder der Kids ein eigenes Herz ausschneiden. Klar muss Papa da ein bisschen mit dabei bleiben.

Ausschneiden der Herzen

Nun wurden die drei Holzstücke aufeinander geleimt. Also kräftig auf die Tube gedrückt und hinterher schön mit einem alten Holzstück verteilen. Natürlich passen die nicht exakt aufeinander, das macht aber nix, wir schleifen ja noch. Im Anschluß wird das Holz zwischen zwei stabilen Holzplatten eingezwingt und darf ein paar Stunden ruhen.

Verteilen des Leims

Während der Holzleim anzieht, muss man sich natürlich noch Gedanken darum machen, wie das Herz stehen kann. Da ich von einem anderen Projekt noch Unmengen Zement übrig hatte, fiel die Entscheidung leicht. Ein Betonwürfel schaut immer gut aus. Gesagt getan, die Restholzkiste gibt immer ein paar kleine Stücke her, aus der man eine kleine Kiste als Verschalung hinzimmern kann. Ich habe die Kanten verleimt und aneinandergezwingt. Auf Schrauben kann man in diesem Fall gut verzichten, die Verschalung kommt ja gleich nach dem aushärten des Betons wieder weg. Von der Größe her haben wir ungefähr die Breites des Herzes selber gewählt.

Herstellen des Betonfußes

Der Beton selber wurde etwas mehr als Erdfeucht angerührt und wir haben einigermaßen feinen Betonkies genommen (größtes Element vlt. 10mm). Das Mischungsverhältnis war ca. ~3 Teile Sand, 1 Teil Zement und Wasser nach Gefühl. Dann rein mit der Pampe, ein wenig stochern um die Luft raus zu bringen und glatt abziehen.

Betonwürfel

Jetzt wartet man schon auf 2 Dinge. Den Leim am Herz und auf das aushärten des Betons. Naja eins gibt es noch zu tun, irgendwie muss das Herz auch am Beton befestigt werden. Der Nachbar hatte noch ein schickes Kupferrohr rumflacken. Dies war leider schon ein wenig angelaufen. Ein bisschen Internet-Recherche hilft hier weiter. Ein Tuch in einer Mischung aus Essigessenz, Wasser und Salz tränken und für eine halbe Stunde drauf aufs Rohr. Das Ergebnis unten im Bild spricht für sich, rechts im Bild das Rohr im original, links gesäubert.

Das Rohr wurde dann 2x durchbohrt und anschließend 2 längere Schrauben durchgesteckt und mit Muttern gesichert. Diese verhindern, dass sich das Kupferrohr im Beton frei drehen kann und somit bombenfest sitzt.

Um das Rohr wirklich grade aus dem Beton schauen zu lassen und zu verhindern, dass es unten am Boden aufsteht, haben wir 2 Brettchen über das Rohr geklemmt und auf der Verschalung aufliegen lassen.

Sichern des Kupferrohrs

Nun war definitiv Pause angesagt, es kann erst am nächsten Tag weiter gehen. Da das Holz echt etwas hart war, hatten wir keine Lust, dem mit einer Schleifmaschine zu Leibe zu rücken. Glücklicherweise hatte ich in meinem Fundus noch eine Fächerscheibe für die Flex gefunden. Ich sag euch, dass kann ich definitiv empfehlen, euch so etwas zuzulegen, für das ausarbeiten der groben Form ist das Gold wert. Natürlich haben hier auch die Kids die Flex mit Papas Hilfe geführt. Wichtig: Schutzausstattung nicht vergessen, besonders Brillen.

Herstellen der groben Form

Nach dem bearbeiten mit der Flex ging es dann doch mit der Schleifmaschine weiter. Erst mit 60er Papier die Brandspuren durch den Einsatz der Flex entfernen, dann mit 120er Papier und mit 240er Papier weitermachen. Zum Schluß sind wir nochmal mit einem 320 Papier von Hand über alles drüber gegangen.

Um das Herz auf die Kupferstange aufzustecken, konnten wir glücklicherweise einen 15mm Forstnerbohrer verwenden. Da das Herz eh leicht schief auf das Rohr sollte und es daher nicht auf Genauigkeit ankam, hab ich es von Hand gehalten (natürlich fester als auf dem Bild 😉 ) und meine Tochter hat die Standbohrmaschine bedient.

Einlassen des Lochs zur Befestigung auf dem Kupferrohr

Das gravieren war dann tatsächlich eine reine Aufgabe für den Papa. Mit dem dicken Dremel ist das einfach für Kinderhände extrem schwierig, selbst mir haben hinterher die Finger weh getan. Also haben die Kinder vorgezeichnet und ich habe dann graviert.

Gravieren des Herzes

Nun noch der letzte Schritt, das einlassen mit Öl. Ich freu mich immer wie narrisch da drauf, dass ist schliesslich der Moment in dem man erst richtig sieht, wie es am Ende ausschaut und ob sich die Arbeit geloht hat. Und ich muss sagen: Ja, das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Das einlassen mit Öl

Nun was gibts noch zu sagen: Meine Töchter sind 10 und 5 und ich hatte aufgrund mangelnder Erfahrung keine Ahnung ob wir das wirklich zusammen machen können, oder nicht. Wie schon oft, kann man den Kids durchaus einiges zutrauen. Klar freue ich mich, wenn der eine oder andere das Herz nachbaut (und uns davon berichtet). Aber ich hoffe auch, der Blog dient der Ermutigung, zusammen mit euren Kids in die Werkstatt zu gehen. Mir hats jede Menge Spaß gemacht.

Und nun zu guter letzt noch das Endresultat.

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