Garage #1: Fundament

Ich habe nun angefangen mit dem Bau der Garage. Nun “Garage” ist vielleicht übertrieben, aber die Garagenplatte sollte fertig werden, bevor ich mit dem Pflastern rundherum beginne, daher nun der erste Beitrag zum Garagenfundament. Bis die Garage gebaut wird, vergeht sicher noch viel Zeit, und EIGENTLICH wollte ich den Artikel auch VIIIEL später schreiben. Aber da man auch viele wieder vergisst, halt jetzt doch zeitnah.

Planung

Also los gehts. Womit? Diesmal tatsächlich ausnahmsweise mit der Planung. Prinzipiell ist JEDEM hier ans Herz gelegt, folgendes mit einem Statiker zu besprechen. Ich habe vor eine Garage zu bauen, die 6x4m groß ist. Unter die beiden langen Seiten soll das Fundament. Ich plane 24er Steine zu verbauen, dass Fundament sollte aber etwas größer sein, also 30cm breit. Die Tiefe sollte so angelegt sein, dass die Unterkante vom Fundament kein Eis erwischt, hierzulande also mind. 80cm. Also beträgt das Volumen (12*0,3*0,8) 2,88qm³.

Als Kiesgemisch wird die Größe 0-32mm empfohlen.
Beton hat eine Dichte von 2,4-2,5 t/qm³. Das Mischungsverhältnis zwischen Zement und Zuschlag ist 1:4.

Daraus ergibt sich folgende weitere Formel:

Zementmenge:
2,88qm³ *2400kg /5 = ~1382kg Zement = 46 Sack zu je 30 Kilo (~184€)

Kiesmenge:
(2,88qm³*2400kg/5)*4 = ~5530kg Kies = 100€

Ich habe vor den Beton selber zu mischen, dies ist mit 284€ die wohl günstigste Lösung. Zum Vergleich: Mit den günstigsten fertig gemischten Betonsächen aus dem Baumarkt landet man bei 921€, bei Lieferbeton über den Mischer-LKW landet man ungefähr bei 440€ (inkl. Mindermengen und Energiekostenzuschlag). All diese Angaben beziehen sich natürlich auf meine örtlichen Gegebenheiten und auf Anfang 2019. Sicher ist “Geld sparen” nicht das ausschlaggebende Argument, mein Antrieb war vor allem der Wille zum selbermachen.

Den Betonsand/Kies erhaltet Ihr eigentlich am günstigsten beim örtlichen Fuhr-/Baggerbetrieb.

Lieferung Betonsand

Ich habe mich entschieden, in das Fundament noch Stahl einzulassen. Dies geschieht mit Matten die zu Körben gebogen werden. Dies sollte mal möglichst nicht selber machen, sondern im Biegewerk machen lassen, was auch nicht viel Geld kostet. Insgesamt haben mich die 6 Körbe vom Typ R335A6 in der Größe von 0,2m x 0,8m x 2m insgesamt 185 Euro gekostet. Könnte sein, dass Ihr die aufgrund Mindermenge selber holen müsst. Dann schaut euch noch schnell nach einem Hängerverleih um.

Abholung der Stahlkörbe

Werkzeug

Ihr solltet zudem noch einen Beton Flaschenrüttler und einen Betonmischer besorgen. Beides bekommt Ihr für weniger als 50€ bei eBay (Kleinanzeigen). und mit ein bisschen Glück und guter Pflege könnt Ihr die auch zu einem guten Preis wieder weiter verkaufen.

Weiterhin benötigt Ihr noch Rödeldraht und optimalerweise einen Drillapparat zum eindrehen des Rödeldraht. Dies kommt euch nochmal zusammen mit ca. 30-40€ zu stehen.

Last but not least braucht Ihr Schnur, eine Schnurwasserwaage, Schaufeln und ein paar Eimer.

In der Gesamtrechnung kommen wir also auf ca. 500-600€, je nachdem was euch schon als Werkzeug zur Verfügung steht.

Schnur ziehen

Bevor Ihr startet, zieht nun eine Schnur exakt im Wasser über die ganze Länge des zukünftigen Fundamentgraben und (wenn geht) 50cm über diesen hinaus. Die Schnur sollte so velaufen, dass sie euch nicht beim buddeln stört und markiert die Oberkante des Fundaments. Nun muss ja auch ein Gefälle in die Gargenplatte eingeplant werden. Das Wasser was sich ggf. in der Garage sammelt, muss zur Entwässerungsrinne laufen, die sich vor dem Garagentor befindet (außer Ihr baut einen Abfluss in die Garage). Ist die Schnur gespannt, haut Ihr den Pfosten der zum Garagentor steht genau 2% der Gesamtlänge in die Erde. In meinem Fall von 6,3 Metern (Ich habe die Schnur 30cm länger gespannt als der Graben wird) also 12,6 cm.

Graben ausheben

Nun kommt die eigentlich größte Plackerei, die ich mir allerdings selber zuzuschreiben habe. Ich habe mich entschieden die Fundamentgräben selber auszuheben. Bagger ist ja was für Weicheier. Tatsächlich geht es aber ganz gut. Wir haben zu zweit einen 3/4 Tag für einen kompletten Fundamentgraben gebraucht (also ausheben und betonieren). Für den zweiten Graben habe ich mir noch Hilfe geholt, da waren wir 3 1/2 Personen und es war bequem an einem Tag alles zu schaffen. Man muss dazusagen, dass an der Stelle aber schon sehr viel Frotschutzkies war und nur die letzten 20cm aus Lehm bestanden, die auch den Großteil der Arbeit ausgemacht haben (wir mussten zu Spitzhacke greifen). Das Ausheben ist also massiv von der Bodenbeschaffenheit abhängig. Nutzt die Schnur, um immer wieder eure 80cm abzumessen. Ist der Untergrund ganz unten im Graben nicht (oder schlecht) wasserdurchlässig, habe ich eine schlechte Nachricht: Grabt 20cm weiter und füllt das wieder mit Schotter auf. Warum? Wasser kann sich nun unter dem Fundament sammeln und in dem Lücken des Schotter gefrieren (also “ausdehnen”) ohne das Fundament anzuheben.

Der ausgehobene Fundamentgraben

Eisen einbauen/Vorbereitungen treffen

Nun geht es an das Eisen. Wenn möglich beschafft euch irgendwo ein paar alte Beton Pflastersteine und legt die unten ein um zu gewähren, dass das Eisen nicht unten aufliegt und komplett vom Beton verdeckt ist. Das ist beim betonieren auch eure wichtigste Aufgabe. Stellt immer sicher, dass das Eisen rundherum mit mind. 3cm Beton umschlossen ist. Es gibt auch fertige “Drunterleisten” die Ihr verwenden könnt, diese kosten aber natürlich einiges.

Mit einer Wasserwaage und dem Messen des Abstandes zu eurer Schnur stellt Ihr sicher, dass die Steine exakt liegen. Nehmt euch hier ruhig die Zeit, wenn die uneben sind, winden sich die Körbe hin und her und Ihr habt nur Theater.

Pflasterseiten am Boden des Fundaments

Wenn das Fundament an ein anderes Gebäude angrenzt, stellt da Styropor gegen, um die Gebäude voneinander zu entkoppeln. Mit ein paar kleinen Punkten Montagekleber fixiert Ihr die Styroporplatten an der Wand. Ist das erledigt, können nun die Eisenkörbe eingelassen und mit Rödeldraht verbunden werden.

Mit dem Beton seid Ihr eine Weile beschäftigt. Macht euch Gedanken um das Setup. Wo liegt der Sand, wo der Zement, wie kommt der Beton aus dem Mischer in den Graben (möglichst ohne unnötig tief zu fallen). Wie könnt Ihr ggf. zu zweit schaufeln, ohne euch in die Quere zu kommen.

Lagerort, Sand, Beton, Wasser

Ich habe mir zudem eine kleine Rutsche gebaut, die hilft den Beton möglichst schnell in den Graben zu befördern.

Die Betonrutsche

Nun könnt Ihr anfangen, den Beton zu mischen und die ersten Ladungen einzulassen. Beobachtet eure Körbe dabei genau, kleine Abstandhalter aus Holz helfen dabei, die Körbe in Position zu halten.

Körbe mit Abstandhalter

Habt Ihr eine Höhen von ca. 20cm erreicht, wird der Beton mit der Rüttelflasche verdichtet. Der Verdichtungsvorgang hilft auch dabei, den Beton im Graben zu verteilen. Achtet aber auch darauf, nicht zu lange zu rütteln, da sonst die Gefahr besteht, dass sich der Beton wieder entmischt. Grundformel: Wenn keine größeren Blasen mehr aufsteigen, aufhören.

Verdichten des Betons mit der Rüttelflasche

Die obere Kante des Fundaments wird nun mit Brettern gesichert. I.d.R. reichen hier 20-30cm Streifen aus einer OSB Platte geschnitten und mit Eisen oder Steinen gesichert. Das muss ja nicht wunderhübsch werden, das Fundament sieht hinterher keiner mehr.

Sichern der Oberkante gegen “weglaufen”

Der zweite Graben

Das ganze wird nun für den zweiten Graben wiederholt. Die einzige Besonderheit ist, dass Ihr die Höhen für den zweiten Graben genau übertragen müsst. Spannt eine Schnur exakt im Wasser je an den Stirnseiten des ersten Fundaments rüber zum zweiten. Dann könnt Ihr über diese beiden Schnüre eine dritte spannen.

Fertigstellung

Die Verschalungsbretter könnt Ihr ggf. auch einfach lassen wo sie sind, das kommt natürlich darauf an was Ihr noch vorhabt. Ich habe ein paar Tage später die Fundamente wieder ein Stück ausgegraben und die Bretter entfernt, damit die mir beim folgenden Pflastern nicht im Weg sind.

Das ausgeschalte Fundament

Fazit

Wie immer, sollen meine Artikel Animation zum selber machen sein. In diesem Fall ist eine Statikberechnung auf jeden Fall empfehlenswert, die ich zugegebenermaßen nicht in die Kosten aufgenommen hatte, da ich hier glückliche Wege zur Verfügung hatte. Ansonsten ist das komplette manuelle Erstellung eines Fundaments, aus Sicht des Aufwandes und der Komplexität, in der Größe durchaus gut machbar und ich kann jeden dazu ermutigen selber an die Sache heranzugehen.

3 Kommentare

  1. Hallo,
    ein interessanter Artikel über deine Arbeit – Kompliment!
    Aber ganz ehrlich – wegen 200€ Mehrkosten für Lieferbeton
    die ganze (nicht leichte) Arbeit selber machen?
    Lohnt sich das wirklich?
    Grüße,
    Jürgen

    1. Hi,
      du hast natürlich recht, man sollte wirkllich überlegen ob sich der Aufwand gegenüber fertigen Beton geliefert zu bekommen lohnt. Ich hatte die Zeit, habe es als Fitnessstudio Ersatz gesehen und mir macht so etwas Spass. Das waren meine Gründe 😉
      Gruß Dave

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