Einen Bachlauf aus Beton im Garten #1

Aus meinen letzten größeren Projekt (Garagenfundament) ist eine ziemlich große Menge an Zement und Frostschutzkies übrig geblieben. Gepaart mit ein paar Amazon Gutscheinen die noch an unserem Kühlschrank hingen ist die Idee geboren, einen Bachlauf in unserem Garten aus Beton anlegen. Im östlichen Teil unseren Grundstückes haben wir ein Gefälle von gut 1,60m über eine Strecke von ca. 4m, das wir über eine Pflanzsteinwand abgefangen haben. Um eine gute Mähkante zu erhalten, habe ich vor die Pflanzsteinwand ein Metallblech eingestochen und zwischen Pflanzsteine und Blech Kies eingelegt. Hier gab es mehrere Sachen die mich gestört haben:

  • Das Metallblech war viel zu unstabil.
  • Eine “gute” Mähkante war das auch nicht, man muss mit dem Rasentrimmer entlang fahren, was nervt.
  • Der Rasen ist an der Stelle nicht vernünfitg gewachsen, hier hätte eh was passieren müssen.
  • Die Pflanzsteine sind nicht 100% fest. Die Wand wird zwar nicht eingedrückt, aber die Steine wackeln leicht und in 10 Jahren könnte die ganze Wand evt. mal wandern.
Situation vorher

Also habe wir schon mal die richtige Stelle identifiziert. Der Grundgedanke war folgender:

  • Oben ein kleiner Teich.
  • Unten ein kleiner Teich.
  • Dazwischen ein Bachlauf.
  • Eventuell Kaskaden einbauen, damit das Wasser nicht zu schnell runterschiesst. Definitiv soll kein großes Gewässer entstehen, also auch Verzicht auf (Wasser-)Pflanzen, Fische, etc.
  • Oben ist ein kleiner Ahorn Baum, der an der Stelle verbleiben soll.
  • Der Beton stabilisiert die Pflanzsteine.

Ich habe als erstes mal das Laptop angeschmissen und drauf los gezeichnet.

Die grobe Planung

Planung Beton für den Bachlauf

Nun folgte noch etwas Theorie. ich musste mich natürlich fragen, wie starke Zugkräfte auf den Beton wirken, ob und wie ich Bewehrung einbaue, wie viel Beton ich überhaupt benötige, welche Pumpe benötigt wird, etc.

Im Internet gibt es relativ wenig darüber zu lesen. Viele Artikel drehen sich um Teiche, die meisten arbeiten mit Folie und nicht mit Beton. Daher habe ich das mal eher nach “Bauchgefühl” geplant. Ich habe beschlossen die Wände insgesamt ~10 cm stark zu machen und 2x Bewehrung einzubauen. Der Beton sollte direkt auf die Erde drauf, so daß eine zusätzliche Verschalung nicht nötig ist. Als Bewehrung habe ich eine 50m Rolle Armierungsgewebe genutzt.

Armierungsgewebe

Das Armierungsgewebe hat den Vorteil, dass es sich sehr schön in den Beton des Bachlauf einarbeiten lässt und sich perfekt an dessen Form anpasst.

Materialplanung für den Bachlauf

Weiterhin werden noch die folgenden Materialien für den Beton Bachlauf im Garten benötigt

  • 12 Sack Zement (bezogen auf meine Größe des Bachlaufs) zu je 30kg
  • ~1400kg Frotschutzkies (Wandkies) – bezogen auf die Mengen Zement
  • Maurerkelle, Schere, Schaufel, Schubkarre
  • 2 Sack Dichtschlemme (bezogen auf meine Größe des Bachlaufs) zu je 25kg
  • Ein großer Pinsel zum Auftragen der Dichtschlämme
  • Eine Pumpe

Die Gesamtkosten dürften wie folgt ausgehen:

  • 60€ Pumpe
  • 20€ Schlauch
  • 12*4€ Zement
  • ~20€ Kies
  • 25€ Armierungsgewebe
  • 34€ Dichtschlämme
  • + Werkzeug

Die Gesamtkosten liegen also bei ca. 200€.

Die Pumpe für den Bachlauf

Die Pumpe ist eine eigene Wissenschaft für sich: Hier ist Förderleistung, Energieverbrauch und Anschlußmöglichkeit ausschlaggebend. Bei jeder der Pumpen muss ein Diagramm beigelegt sein (sprich: Ist das nicht dabei, lasst die Finger davon). Dieses Diagramm gibt an, bei welcher Förderhöhe wie viel Förderleistung erhalten bleibt. Ich habe nach einiger Internetrecherche angenommen, dass pro 10cm Bachlaufbreite eine Förderleistung von 1000l/h benötigt wird. Der Bachlauf ist mit einer Breite von 30cm geplant, so dass ich effektiv 3000l/h benötige. Bei einer Höhe von maximal 2m benötige ich also eine CTP-5000 oder CTP-6000 Pumpe. Nehmt in eurem Fall lieber ne Nummer mehr als angegeben, die Hersteller geben hier die maximale Förderleistung an. Neben der reinen Höhe wird vielleicht noch ein Quellstein eingebaut oder Wasserfälle. Auch solche Elemente beeinflussen die Leistung. Hier findet Ihr einen ganz coolen Artikel zu dem Thema.

DIagramm zur Pumpenleistung

Dann habt Ihr noch die Möglichkeit, die Pumpenleistung und die Anschlußmöglichkeiten genauer anzuschauen. Soll also die Pumpe außerhalb des Baches liegen, ist ein reine Tauchpumpe eher ungeeignet. Ich habe eine Pumpe mit 40W Leistung genutzt, das sind bei ein paar Stunden Laufzeit am Tag 1-2€ im Monat an Stromkosten.

Die Pumpe sollte nebst Anschlußschlauch vorweg gekauft und im Garten getestet werden. Ich habe zu diesem Zweck einen großen Kübel mit Wasser gefüllt, die Pumpe dort versenkt und den Schlauch den Hang hochgeführt.

Erster Testlauf der Pumpe

Graben ausheben

Da ich wußte, dass unter der Grasnarbe Frostschutzkies liegt, musste erstmal die Grasnarbe weg, da ich den Kies für den Beton verwenden will (Dazu mehr später). Außerdem tut Ihr euch leichter, das Material zu entsorgen, wenn Ihr es getrennt lagert.

Abheben der Grasnarbe

Anmischen des Beton für den Bachlauf

Für die Modellierung des Bachlauf im Garten funktioniert es nicht, den fertig angemischten Beton aus dem Baumarkt zu holen. Dieser hat eine zu große Gesteinskörnung und lässt sich nicht modellieren. In Frostschutzkies (Wandkies) ist ein relativ großer Sandanteil enthalten, was den Beton von der Konsistenz her eher lehmartig macht. Bei einem Bachlauf dieser Größe empfehle ich einen Betonmischer zu organisieren. Solltet ihr an keinen drankommt, dann geht es zu Not auch in einer Schubkarre.

Vom Mischverhältnis habe ich 4 Schaufeln Kies und 1 Schaufel Zement verwendet. Dann habe ich soviel Wasser hinzugegeben, bis eine “fester Griesbrei” Konsistent entsteht. Wird euch der Beton zu flüssig, haut Ihr wieder im passenden Mischungsverhältnis Zement und Kies dazu (z.B. 1/4 Schaufel Zement und 1 Schaufel Kies). Tatsächlich macht es grade in der Schubkarre Sinn, die ganze Geschichte erstmal “zu flüssig” anzurühren und dann langsam anzudicken. Das sorgt dafür, dass sich die ganze Masse viel besser vermischen kann.

Bewusst zu flüssig angerührter Beton

Es kommt im Prinzip nicht auf den Gramm an, wir wollen hier ja kein Hochhaus bauen. In einer Schubkarre werdet Ihr maximal ca. 8 Schaufeln Kies und 2 Schaufeln Zement anmischen können.

Der fertige Beton in perfekter Konsistent

Soviel nun zu den Vorbereitungen. Im nächsten Teil des Artikels werde ich auf die konkrete Umsetzung eingehen und hoffe, dieser Teil gibt euch schon mal eine schöne Übersicht und Vorfreude auf den nächsten Artikel in der Reihe.

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