Schneidbrett für die Brotbox

Wie auch in dem Artikel über den Brotkasten angekündigt, wollte ich in den Deckel noch ein schönes Schneidbrett einbringen. Der Plan war, eine klare farbliche Abgrenzung zwischen Schneidbrett und Box zu erhalten, aber das Schneidbrett sollte doch irgendwie dazu passen. Zudem sollte es möglich wenig ins Geld gehen. Die erste Herausforderung die sich da nun stellt, ist die Beschaffung des passenden Holz. Nach einigen Besuchen lokaler Schreiner, Sägewerke und Holzhändler habe ich nur herausgefunden, dass es maximal einige heimische Hölzer in meinem näheren Umkreis gibt. Also auf ins Internet. Hier bin ich auf hobbyholz.de gestoßen, der eine große Auwahl schöner Hölzer bietet und diese in sehr schön gesägten Kanthölzern anbietet. Einziger Wermutstropfen: Es wird im DHL Paket Versand, man muss also immer mit 9,90€ Versandkosten rechnen. Hat man 100€ zusammen, entfallen diese aber komplett. Lange Rede kurzer Sinn, nach dem Studium einiger Brinell Tabellen im Netz hatte ich nach kurzer Wartezeit 4 Kanthölzer in der Post, 2x Birnbaum, 2xNußbaum.

Die bestellten Hölzer

Aktuell arbeite ich noch mit einer uralten Tischkreissäge die alles andere als genau ist. Da die Kanthölzer aber recht exakt zugesägt waren, habe ich mich entschlossen diese in Scheiben von 2,5cm zu schneiden und daraus das Brett zu leimen.

Die ausgesägten Blöcke

Zudem sollte aber nicht einfach nur ein Nußbaum Schachbrett entstehen, sondern eigentlich mit dem Birnenbaum-Holz ein farblich abgegrenztes Muster entstehen. Als ich die Birne allerdings in der Hand hielt, fand ich den farblichen Unterschied nicht markant genug, daher wurde kurzerhand entschieden, das Muster in Buche einzulassen und dafür mal wieder meine Restholzkiste zu plündern. Also mussten hierfür noch ein paar Streifen Buche ausgeschnitten werden. Hier sieht man leider sehr schön die verbrannten Stellen durch die Säge. Ich habe schon ein gröberes Blatt eingesetzt, allerdings verkantet das Holz auf meiner Säge so leicht, dass diese Verfärbungen fast unvermeidlich sind. Zum Glück wird ja aber noch fleissig geschliffen ;-), daher habe ich die Leisten bewußt deutlich dicker als 2.5 cm gesägt, damit ich da noch mal ordentlich Material abnehmen kann.

Nun gehts ans puzzlen. Ganz perfekt sind die Kanthölzer dann doch nicht, das bedeutet jetzt geht es daran, die einzelnen Blöcke so zu schleifen und zu legen, dass möglichst wenig oder gar keine Lücken entstehen. Zudem sind ein paar Restholz-Stücke wichtig, die außen an das Brett gelegt werden, um dieses nach dem Leimen gut einspannen zu können.

Nun müssen die folgenden Schritte etwas schneller geschehen, daher ist gute Vorbereitung wichtig. Die einzelnen Holzstücke werden ordentlich mit Leim eingestrichen. Verwendet wird hier Wasserfester Holzleim von Uhu. Ich habe oben links begonnen und mich dann nach unten rechts durchgearbeitet.

Das korrekte Einspanen tatächlich der wichtigste Punkt bei der Aktion, daher nun einen möglichst genaue Beschreibung. Wie im oberen Bild zu sehen, habe ich rundherum Restholzleisten angeordnet um einen gleichmäßigen Druck aufzubauen. Zudem wurden Leisten oben auf die 6 Walnußstück-Vierecke gelegt und dann wiederum ein Brett oben auf gelegt. Im Anschluß habe ich 3 Zwingen längs und 3 Zwingen quer sowie 6 Zwingen von oben nach unten verwendet. Die Zwingen dürfen nicht gleich bombenfest angezogen werden, sondern werden nach und nach rundherum immer fester gedreht. Das dauert alles eine Weile und ggf. sind mehrere Versuche notwendig, daher auch der Hinweis am Anfang, mit Beginn des Leimens sollte schnell (aber ordentlich) gefrickelt werden.

Nach dem Ausspannen kann man ungefähr erahnen, wie das Ergebnis nun aussehen soll.

Nun gehts ans schleifen. Hier hat mich die Ungeduld gepackt und ich habe mit der Bandschleifmaschine und einem 40er Papier Freihand versucht die grobe Form hinzubringen. Das Ergebnis war, dass der rechte Winkel weg war, das ganze Brett mehr oder weniger krum und schief war, und ich einige Schrunten eingeschliffen habe. Zudem sind eben doch einige Lücken entstanden, die definitiv nicht schön aussahen und die Buchenleisten beim einspannen verrutscht. Das war dann der Moment an dem ich eigentlich alles in den Müll werfen wollte.

Nachdem ich mich nach einigem toben ob der eigenen Ungeduld/Dummheit wieder abgeregt hatte, habe ich mir einen rechten Winkel geschnappt und alles noch mal ordentlich aufgezeichnet. Dabei habe ich in Kauf genommen, dass das Brett jetzt erstmal deutlich zu klein wird. Die verschobenen Buchenleisten muss ich jetzt in Kauf nehmen. Nach einigen Stunden schleifen war ich erstmal einigermaßen zufrieden.

Nun musste das Brett wieder etwas größer werden. Also wurden aus dem Rest des Eichenholz-Leimbrett woraus ich den Brotkasten gemacht habe Leisten ausgeschnitten, die dann rund um das Brett angebracht werden sollten. Damit sich diese Außenumrandung aber von dem Brotkasten absetzt, habe ich mir gedacht, ich leime je zwei Leisten um 90° gedreht und aufeinander. Diese sollten dann mit der Stirnseite (Die Schnittkante) nach oben an das Brett geleimt werden. Da meine Kreissäge eben nicht die genauste ist, habe ich die Leisten mit einem dünen Fräse vom Brett abgenommen und einen dicken Stapel dieser Leiste produziert und je 2 geleimt.

Nun wurden die Leisten im 45° Winkel geschnitten. Nicht alle auf einmal, sondern schön eine nach der anderen. Am Ende gabs mal wieder ein Schraubzwingen Massaker. Hier ist wieder superwichtig, den Druck möglichst gleichmäßig aufzubauen, grade an den Ecken.

Nach einem Tag Wartezeit geht es nun daran, die richtige Größe herauszuarbeiten. Ich habe mich erst mit einem Hobel herangetastet, dann mit einem 60er Schleifpapier so lange nachgeschliffen, biss ich die exakt richtige Größe hatte.

Im Anschluß wird mit 100er, 180er und 320er Papier geschliffen, bis das Brett wirklich richtig schön glatt ist. Ihr seht auf den Bildern ja, ich habe meine Werkbank aus OSB Platten gebaut, ist das bei euch ähnlich, solltet Ihr hier unbedingt ein glatte Platte als Unterlage drunterlegen. Im Anschluß kommt der beste Moment eines jeden Projektes: Das einölen.

Nach dem einölen kann sich das Ergebnis trotz einiger Rückschläge durchaus sehen lassen. An einigen kleinen Stellen hat das Öl aufgrund von Leimresten die zuvor nicht richtig zu sehen waren nicht richtig eingezogen. Da wird dann noch mal im Nachgang erneut geschliffen und neu geölt.

Fazit:

Ein Küchenschneidebrett kann man mit schmalen Budget und wenig Werkzeug umsetzen, allerdings ist die Umsetzung schwieriger als anfänglich gedacht. Zudem ist dies ein gutes Projekt um seine Fähigkeiten beim schleifen und hobeln zu üben. Ein weiteres “Learning” bei diesem Projekt war wie schon auch beim Brotkasten: Nicht aufgeben, tief durchatmen und weitermachen ;-).

Nachtrag: Das Brett ziert nun seit 5 Monaten unsere Küche. Da ich ja auch möchte, dass jeder Leser etwas dazulernt, hier ein paar Anmerkungen: Ohne exakt arbeitende Säge, lasst die Finger davon. Bei mir haben sich einige Lücken zwischen den einzelnen Sektionen gebildet. Zudem ist die Eiche durch Spannungen gerissen. Doofe Idee, hier mit der Stirnseite nach oben zu arbeiten. Alles in allem war das Projekt zwar gut zum dazulernen, aber die 20€ die ich in das Holz investiert habe, waren eigentlich für die Katz. Ich werde Brett irgendwann sicher noch einmal neu bauen. In dem Fall gibt heir auf jeden Fall ein Update.

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