Pummeleinhorn – Der Mädchentraum

Meine Tochter wollte für das alljährliche Schulwichteln etwas Besonderes machen und kam auf die Idee eine Figur auf dem 3D Drucker zu fertigen und diese mit LEDs zu beleuchten. Kleine Herausforderung: Das alles darf nicht wesentlich mehr als 5€ kosten und natürlich soll meine Tochter das meiste selber bauen. Daraus ist folgendes “Pummeleinhorn”-Projekt entstanden, was sich sehr leicht nachbauen und modifizieren lässt.

Kosten

Die Materialkosten belaufen sich wie folgt:

  • LED *, Widerstände *, Schrumpfschläuche *, Metall-Kippschalter und Platine: ~2-3€
  • Epoxidharz und Farben: ~1€
  • PLA Filament: ~1-2€
  • Ein altes Micro-USB Kabel zum auseinanderschneiden
  • Ein altes USB Netzteil was für ein modernes Smartphone eh nicht mehr die notwendige Leistung bringt
  • Holz: Kostenlos, aus Paletten geschnitten
  • Spaß am basteln: Unbezahlbar 😉

Klar, kannst du das Projekt nicht nachbauen, wenn du keine eingerichtete Werkstatt und die meisten der Materialien eh zu Hause hast. Vieles kannst du aber anpassen:
Du kannst statt einer 3D-gedruckten auch eine gekaufte, geschnitzte oder gegossene Figur nutzen. Alles was wir hier mit Epoxidharz gemacht haben, kannst du genauso gut aus Holz fertigen. Oder nutze statt Holz doch mal Rührstäbchen oder Eisstäbchen. Der Fantasie sind hier (wie immer) keine Grenzen gesetzt. Es geht mehr um die Idee, wenn mal wieder ad-hoc ein günstiges Geschenk her muss, das aber doch was “besonderes” sein soll. Oder du willst ein Geschenk besonders in Szene setzen.

Die “Pummeleinhorn” Figur

Als Figur hat meine Tochter das “Pummeleinhorn” von thingiverse (thing:2973975) rausgesucht. Das hat auf dem Artillery Hornet 3D Drucker auch auf Anhieb ganz gut geklappt, die Druckzeit betrug irgendwas um die 6 Stunden.

Der Druck ist noch nicht ganz perfekt, aber dafür das es einer unserer ersten Drucke überhaupt war, kann man auch nicht klagen. Ein paar Feinheiten mussten noch mit Schleifpapier herausgearbeitet werden.

Das “Pummeleinhorn”

Fertigen der Bühne

Bodenplatte der Bühne

Den Bühnenboden und die Rückwand haben wir aus Epoxidharz hergestellt. Hierfür wurde zuerst eine schwarze Schicht gegossen und in diese Silberflocken eingelassen. Auf diese schwarze Schicht wurde noch ein wenig Glitter aufgesprüht.

Anschließend wurde eine dünne transparente Schicht Epoxidharz oben auf gegossen. In diese dünne Schicht haben wir rundherum eine Linie mit “Glow in the dark” Pulver eingegossen, so dass die Bühne im Dunkeln auch leuchten kann.

Dünne klare Schicht auf dem “Bühnenboden”
Fluoreszenz

Damit wir die 5€-Vorgabe nicht überschreiten haben wir uns entschlossen, die Figur mit 5 einzelnen LEDs anzuleuchten, anstatt mit einem (teuren) LED Streifen.

Die LEDs sollen einfach in die Bodenplatte eingesetzt werden. Mit dem Dremel habe ich die Löcher schräg vorgebohrt und diese Bohrungen als Führung für den 5mm Bohrer verwendet.

Vorbohren der LED Löcher
fertige LED Löcher

An dem vorigen Bild kannst du schon gut erkennen, dass ich die hintere Seite der Bodenplatte rund geschnitten habe. Das gelingt ganz einfach, in dem du eine runde Form in der richtigen Größe auflegst und die Kante mit einem Teppichmesser markierst. Anschließend wird die Platte mit dem Dremel und einer Trennscheibe beschnitten.

Rückwand

Für die Rückwand hat sich meine Tochter für ein kräftiges Pink entschieden (Ich sag ja, “Mädchentraum” 😉 ). In das pink hat sie Goldflocken eingearbeitet, auf Fluoreszenz haben wir diesmal verzichtet.

Befestigen der Rückwand

Wenn du die Platte ausschalst so lange sie noch weich ist (nach ca. 8 – 12 Stunden), kannst du diese um die Rundung der Bodenplatte biegen. Ich habe UV-Epoxidharz verwendet um die beiden Komponenten miteinander zu verbinden. Schaut irgendwie aus wie ne Muschel ;-).

Nun heißt es Geduld haben und auf das Trocknen der Platten warten. Diese Zeit lässt sich super überbrücken, die Elektronik zu bauen. Mein Tochter wollte es bunt, also müssen möglichst viele LED Farben verwendet werden. Die LEDs *, Schrumpfschläuche * und Widerstände * habe ich im Versandhaus meines Vertrauens erstanden. Klar sind das insgesamt mehr als 5€, aber es werden nur je 5 Teile benötigt und für den Rest der Teile habe ich schon genügend Bastelideen. Hier findest du übrigens einen super-praktischen Rechner für Berechnung der Widerstände.

Der gelben und roten LED werden je ein 240 Ohm Widerstand vorgeschaltet, die anderen erhalten alle 100 Ohm (bitte bei deinen LEDs noch mal nachrechnen / bzw. entsprechend auf deine Farbwahl anpassen). Alles zusammen wird parallel zueinander geschaltet. Als Spannungsversorgung nutzen wir einfach USB. Bei 5 LED Lämpchen die je 20 mA verbrauchen, kann das ganze Konstrukt auch am USB Port eines Rechners betrieben werden (der bis 100 mA ohne Anmeldung des Gerätes liefert).

Schaltplan

Bei dem Widerstandsset * ist eine kleine Lochplatine beigelegt, die sich wunderbar eignet, die Schaltung aufzubauen. Die LEDs hat meine Tochter an kurze Drähte gelötet, diese wiederum zusammen mit den Wiederständen und dem USB Kabel an die Platine (Hier fehlt übrigens noch der Schalter, der ist uns erst später eingefallen 😉 ). Alle blanken Stellen hat sie zudem noch mit Schrumpfschlauch * überzogen.

Die fertige Schaltung

Den Korpus bauen

Die “Bühne” für das Pummeleinhorn braucht noch einen Unterbau in dem die Elektronik versteckt werden kann. An der Kreissäge werden 10 Holzleisten mit 3cm Breite und einem Winkel von ~18° auf jeder Seite ausgesägt (Eigentlich unnötig zu erwähnen, aber das machen bitte die Erwachsenen 😉 ). Wenn es nicht 100% genau ist, ist es auch nicht schlimm, dass kann man schon “hinpfuschen”. Mit der allgemein bekannten “Gehrungsverleimtechnik” hat meine Tochter dann einen runden Korpus geformt. Ein langer Streifen Klebeband, Leim in die Lücken und alles zusammenziehen (siehe Bild).

Verleimen des Korpus

2 Löcher für die Kabeldurchführung und den Schalter haben wir noch an der Rückseite angebracht. Eines für den Schalter, eines für die Kabeldurchführung. Dazu kommt noch der Boden. Ich sammle immer alle Kreisausschnitte die ich irgendwo mal mit dem Kreisschneider gemacht habe. Und wieder mal Glück gehabt, ein schöner Eichenkreis aus der Kramschublade passte perfekt. Wer es genau möchte, kann natürlich noch mit dem Bündigfräser den Boden auf das Gehäuse anpassen, aber es soll ja ein Projekt sein, was die Kinder selber umsetzen können. Den Boden haben wir nur mit 3 Schrauben am Korpus gesichert, so ist es immer noch möglich an das Innenleben zu kommen.

Elektronik-Chaos

In den Korpus kann dann alles mit Heißkleber angebracht werden. In diesem Foto ist die Platine auf dem Boden festgeklebt. Dort lass ich immer erst ein paar Tropfen Heißkleber am Boden fest werden und setze auf diese “Abstandshalter” die Platine auf. Im Nachhinein haben wir uns aber (leider erst nach dem Foto) entschlossen, die Platine auf der Seitenwand anzubringen. Da ist eh der Abstand gegeben und der Boden lässt sich problemlos entfernen.

Tipp: Mach in das Kabel noch einen Knoten, damit hast du gleich auch eine Zugentlastung eingebaut.

Am Ende werden die LEDs mit Heißkleber in die Löcher der “Bühne” geklebt und die Bühne, ebenfalls mit Heißkleber, auf dem Unterbau befestigt. Das Pummeleinhorn wird mit einem kleinen Punkt Heißkleber fixiert. So hat die Beschenkte die Möglichkeit da auch mal was anderes drauf zu stellen.

Das Holz wird am Ende noch mit Hartwachsöl eingelassen. Das schützt das Holz und besser aussehen tut es auch.

Ölen

Fazit

Ich finde das ein super geniales Projekt was du zusammen mit deinen Kids (ab 10 Jahre) umsetzen kannst. In diesem Fall konnte sich meine Tochter mit dem gießen von Epoxidharz, mit 3D Druck, Elektronik und Holz beschäftigen. Das Alles in einem übersichtlichen Rahmen, so dass weder Eltern noch Kind dabei überfordert waren.

Epoxidharz ist kein Spielzeug mit dem Kinder alleine umgehen sollten, die Holzzuschnitte werden von Erwachsenen gemacht, beim Löten braucht es ggf. etwas Unterstützung und auch der 3D Druck braucht Begleitung. Aber genau darum geht es ja: Etwas gemeinsam gestalten, bei dem die Kids richtig viel dazulernen können. “By the way” kam die gesamte Idee und die Gestaltung tatsächlich von meiner Tochter, ich war also nur Handlanger ;-).

Und wie oben schon gesagt, halte dich nicht strikt an diese Anleitung. Es muss kein 3D gedrucktes Pummeleinhorn sein, es muss auch nicht Epoxidharz sein. Hier ist die Beschenkte ganz klar ein Mädchen. Tausch die Farben und nimm eine Action-Figur, schon hast du ein cooles Jungs-Geschenk. Nimm die Materialien die du zur Verfügung hast und lass dich nicht davon abschrecken, dass hier sehr viele Materialien auf einmal zur Anwendung gekommen sind. Hier nun abschließend noch ein paar Fotos vom fertigen Pummeleinhorn-Projekt.

2 Kommentare

  1. Hallo
    Was ist jetzt eigentlich aus deinem Artillery Hornet geworden?
    Du hattest ja Probleme mit der verklebten Heatbreak. Ich hab das selbe Problem schon einige mal gehabt. Komischerweise immer beim selben Druckobjekt. Die anderen Funktionieren problemlos.
    Hab das von dir im Drucktips3D forum gelesen und wollte jetzt mal nachfragen wie du nun vorgegangen bist.
    Viele Grüße
    Stefan

  2. Hi Stefan,

    es ist immer noch ein Drama. Die Kurzsammenfassung: Heatbreak getauscht, Mainbaord getauscht. Immer noch defekt, Lüfter funktioniert nicht. Nun warte ich erneut auf ein neues Mainboard. Immer wieder Lieferung aus China, d.h. mind. 2 Wochen Wartezeit. Die Blog Artikel rund um das Thema 3 Druck sind schon ziemlich weit geschrieben, sobald dieser Drucker endlich mal funktioniert gebe ich Sie frei.

    Gruss Dave

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.